Eine letzte Runde noch…

…dann ist Schluss. Am Ende der Nacht, wenn die Luft dick ist von Bierdunst und Zigarettenrauch, und die Kerzen heruntergebrannt sind, eröffnet sich den wenigen Übriggebliebenen an der Bar eine Dimension jenseits der linearen Zeit. Hier treffen zugezogene Selbstverwirklicher und erfolglose Kreative auf Neuköllner Urgesteine. Die Gespräche drehen sich um die unverwirklichten Träume, materiellen Nöte und unbeantworteten Sinnfragen ihrer Existenzen. Hinterm Tresen steht Barkeeper „Kalle“, dem die Erinnerung an diese schnapsseligen Stunden oft abhanden kommt, der damit aber auch die quälenden Gedanken an seine finanziellen Probleme und an die gescheiterte Schauspielkarriere vergessen kann. Und Barfrau „Gwendolyn“, die mit Zurückhaltung in den nächtliche Kosmos eintaucht, die aber darin bald eine Quelle der Inspiration für ihren Roman findet. Die Serie The Last Order erzählt chronologisch rückwärts von einem Kreislauf des Vergessens und der Rekonstruktion von Erinnerung an diese letzten Stunden der Nacht. Nach und nach entfalten sich so die Geschichten der Stammgäste: Da ist zum Beispiel Kalles Kumpel und Gläubiger „Piet“, dessen Autohandel nicht ganz legal ist, und der sich ausgerechnet in den Kiezpolizisten „Heiner“ verliebt. Und die alleinerziehende „Martina“, überredet Kalle, in ihrer Kellertheater-Produktion mit zu spielen, oder „Boris“, der sich aufgrund einer Sinnkrise als Dauertourist auf Gwendolyns Gästecouch eingenistet hat. Und in der Ecke sitzt Harri, der die Bar besser kennt als irgendjemand sonst, da er seinen Platz am Tresen schon seit mehreren Barkeeper-Generationen behauptet.